Frei­bewitterung
Frei­bewitterungs­stände

Die Freibewitterung belastet Beschichtungen und Überzüge unter realen atmosphärischen Bedingungen: Sonnenstrahlung, Niederschlag, Temperaturwechsel und Luftschadstoffe wirken gleichzeitig und in natürlicher Abfolge.

Am IKS stehen Freibewitterungsstände zur Langzeitauslagerung zur Verfügung; die Freibewitterung nach DIN EN ISO 2810 ist Teil des DAkkS-akkreditierten Bereichs. Sie wird für Beschichtungssysteme auf Stahl und NE-Metallen ebenso genutzt wie für Zinküberzüge und Duplexsysteme.

Typische Fragestellungen

Langzeitverhalten eines Beschichtungssystems unter realer Bewitterung: Kreidung, Glanz- und Farbänderung, Blasen, Risse, Abblättern, Rostgrad

Unterrostung und Unterwanderung ab Ritz oder Kante über die Auslagerungsdauer

Vergleich von Laborprüfungen (Salzsprühnebel, Kondenswasser, Xenon- und UV-Bewitterung) mit dem Verhalten im Freien

Korrosionsverhalten von Zinküberzügen und Duplexsystemen, Schichtdickenabnahme über die Zeit

Vergleich von Varianten – Vorbehandlung, Grundbeschichtung, Deckbeschichtung – unter gleichen Standortbedingungen

Nachweise für Eignungs- und Zulassungsprüfungen, in denen das Regelwerk eine Freibewitterung vorsieht

Messprinzip

Die Probekörper werden auf Gestellen im Freien ausgelagert. DIN EN ISO 2810 legt Neigung und Ausrichtung der Proben, die Probenhalterung und die Dokumentation der Standortbedingungen fest; die Belastung ist nicht beschleunigt, sondern entspricht dem Klima des Auslagerungsorts. Die Freibewitterungsstände des IKS befinden sich am Standort Dresden; Auslagerungsdauer und Bewertungsintervalle werden mit dem Auftraggeber nach Regelwerk und Fragestellung festgelegt.

Die Bewertung erfolgt in festgelegten Intervallen: Beschichtungsschäden nach DIN EN ISO 4628 (Blasengrad, Rostgrad, Rissgrad, Abblätterungsgrad, Kreidung, Unterwanderung), Glanz nach DIN EN ISO 2813, Farbe im CIELAB-Farbraum nach DIN EN ISO/CIE 11664-4, Haftfestigkeit im Abreißversuch nach DIN EN ISO 4624 oder im Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409; bei Zinküberzügen die Schichtdicke nach DIN EN ISO 2178.

Zur flächigen Erfassung von Korrosionserscheinungen steht der Corrosion Inspector zur Verfügung; Proben können ergänzend am Stereomikroskop und im metallographischen Querschliff untersucht werden.

Ergebnisse

1  Bewertungskennwerte je Intervall
Kennwerte nach DIN EN ISO 4628, Glanz und Farbabstand, Haftfestigkeit, Schichtdicke.

2  Zeitverlauf
Entwicklung der Kennwerte über die Auslagerungsdauer; Vergleich von Varianten und Referenzsystemen.

3  Fotodokumentation
Aufnahmen der Probekörper zu jedem Bewertungszeitpunkt, bei Bedarf Corrosion Inspector.

4  Prüfbericht
Bericht als DAkkS-akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO 2810 mit Standortangaben, Auslagerungsdauer und Bewertung.

Anwendung: Eignungs- und Vergleichsprüfungen von Beschichtungssystemen, Zinküberzügen und Duplexsystemen; Forschung zu Korrosionsschutzmechanismen und zum Einfluss von Substrat und Oberflächenvorbereitung.

Weiterführend

Arbeitsfeld Beschichtungen Arbeitsfeld Verzinkung Normen und Hausverfahren Akkreditierung

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