Kathodische Enthaftung
Versuchsaufbau Verträglichkeit Beschichtung/KKS

Stahlbauten im Meerwasser, im Erdreich oder in Wasser werden häufig durch eine Beschichtung und zusätzlich durch kathodischen Korrosionsschutz (KKS) geschützt.

An Fehlstellen der Beschichtung kann der Schutzstrom die Beschichtung vom Rand der Fehlstelle her unterwandern – die kathodische Enthaftung. Am IKS wird die Verträglichkeit von Beschichtungen mit dem KKS in einem eigenen Versuchsaufbau geprüft; die Prüfung nach DIN EN ISO 15711 ist in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde geführt.

Typische Fragestellungen

Widerstand eines Beschichtungssystems gegen kathodische Enthaftung in Meerwasser nach DIN EN ISO 15711

Laborprüfung von Beschichtungssystemen für Bauwerke im Offshorebereich nach DIN EN ISO 12944-9

Kathodische Unterwanderung von Rohrumhüllungen nach DIN EN 10289 und DIN EN 10290

Vergleich von Beschichtungsstoffen, Schichtdicken oder Oberflächenvorbereitungen hinsichtlich der Enthaftung

Ursachenklärung bei Blasenbildung oder Enthaftung an kathodisch geschützten Bauteilen

Messprinzip

Unter kathodischer Polarisation laufen am freiliegenden Stahl einer Fehlstelle Sauerstoffreduktion und bei negativeren Potentialen Wasserstoffentwicklung ab. Dabei entstehen Hydroxidionen; an der Grenzfläche zwischen Stahl und Beschichtung stellt sich ein stark alkalisches Milieu ein, das die Haftung der Beschichtung schwächt. Die Enthaftung breitet sich vom Rand der Fehlstelle unter die intakte Beschichtung aus. Ein mit KKS verträgliches Beschichtungssystem begrenzt diese Unterwanderung.

DIN EN ISO 15711 legt dafür eine Laborprüfung in künstlichem Meerwasser fest: Beschichtete Probekörper erhalten eine definierte künstliche Fehlstelle und werden über die Prüfdauer kathodisch polarisiert – nach Verfahren A mit Fremdstrom bei vorgegebenem Potential, nach Verfahren B über eine angeschlossene Zinkanode. Nach Versuchsende wird die Beschichtung um die Fehlstelle abgehoben und der enthaftete Bereich ausgemessen. DIN EN ISO 12944-9 greift diese Prüfung für Beschichtungssysteme im Offshorebereich auf; für flüssig aufgebrachte Rohrumhüllungen auf Epoxid- und Polyurethanbasis sehen DIN EN 10289 und DIN EN 10290 eine Prüfung der kathodischen Unterwanderung vor.

Das Arbeitsfeld Elektrochemie und kathodischer Korrosionsschutz verfügt über Potentiostaten und Galvanostaten, temperierbare Aufsatz- und Tauchzellen sowie hochohmige Potentialmessgeräte; im Arbeitsfeld Rohrschutz werden elektrochemische Aufsatzmesszellen auch individuell gefertigt. Haftfestigkeit, Schichtdicke und Porenfreiheit der Beschichtung lassen sich vor und nach der Belastung bestimmen, etwa im Abziehtest nach DIN EN ISO 4624 oder mit dem Hochspannungsporenprüfgerät nach DIN EN ISO 29601.

Ergebnisse

1  Enthaftung
Ausdehnung des enthafteten Bereichs um die künstliche Fehlstelle in mm, je Probekörper und als Mittelwert.

2  Prüfbedingungen
Prüfverfahren, Polarisationsart, Prüfmedium und Prüfdauer; Beschichtungsaufbau und Schichtdicke der Probekörper.

3  Fotodokumentation
Probekörper nach der Belastung und nach dem Abheben der Beschichtung; bei Bedarf Bewertung von Blasen nach DIN EN ISO 4628.

4  Prüfbericht
DIN EN ISO 15711 und DIN EN ISO 12944-9 sind in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde D-PL-19138-01-00 geführt; Untersuchungen an Rohrumhüllungen nach DIN EN 10289 und DIN EN 10290.

Anwendung: Eignungs- und Vergleichsprüfung von Beschichtungssystemen für kathodisch geschützte Stahlbauten im Meerwasser und im Offshorebereich sowie von Rohrumhüllungen erdverlegter Rohrleitungen; Schadensfallanalyse.

Weiterführend

Arbeitsfeld Elektrochemie Rohrschutz Arbeitsfeld Beschichtungen Normen und Hausverfahren

Anfrage zu diesem Verfahren

Beschreiben Sie kurz Beschichtungssystem, Substrat, Einsatzbedingungen mit kathodischem Schutz und das maßgebende Regelwerk. Wir stimmen mit Ihnen ab, welches Prüfverfahren geeignet ist, und nennen Ihnen gegebenenfalls ergänzende Prüfungen.

0351 871-7100 info@iks-dresden.de

    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Flagge.

    Die von Ihnen übermittelten Daten speichern und verwenden wir ausschließlich für den Zweck, für den Ihre Angabe erfolgte. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

    Weitere Verfahren

    Bildanalytische Korrosionsbewertung Dynamische Differenzkalorimetrie Servohydraulische Ermüdungsprüfung Alle Geräte und Verfahren

    Akkreditierte Prüfstelle

    Das Institut für Korrosionsschutz Dresden GmbH (IKS) ist mit 50 Jahren Erfahrung Ihr kompetenter Partner für Forschung, Dienstleistung und Weiterbildung in den Bereichen Korrosion, Korrosionsschutz und Korrosionsanalytik mit praxisnaher Ausrichtung.

    Logo Europa fördert Sachsen
    Logo DAkkS Akkreditierung + Akkreditierungsnummer des IKS: D-PL-19138-01-00

    Mitgliedschaften

    Das IKS Dresden kooperiert mit vielen anderen Forschungseinrichtungen und ist Mitglied in der Sächsischen Industrieforschungsgemeinschaft e.V., der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V. und dem Verband Innovativer Unternehmen e.V.

    Logo SIG Sächsische Industrieforschungsgemeinschaft e. V.
    Logo VIU Verband innovativer Unternehmen e. V.
    Logo Mitglied der ZUSE-Gemeinschaft
    Logo IKS Dresden - Institut für Korrosionsschutz Dresden GmbH, weiß

    Mit uns zu nachhaltigem
    Korrosionsschutz

    Kontakt

    Gostritzer Straße 65
    01217 Dresden
    Deutschland

    Kontakt

    Tel.: [+49] (0) 351 871-7100
    Fax: [+49] (0) 351 871-7150
    Mail:  info[at]iks-dresden.de

    Homepage designed by www.wimeta.de