Klein­galvanik­anlage
Compacta L, Walter Lemmen

Mit der Kleingalvanikanlage Compacta L der Walter Lemmen GmbH bildet das IKS chemische Reinigungs-, Vorbehandlungs- und Abscheideprozesse im Labormaßstab ab.

Die Anlage besteht aus mehreren Aktiv- und Spülbecken sowie einem Galvanikbecken; Prozessbäder stehen mit 10 oder 30 L Badvolumen zur Verfügung. Ergänzt wird sie durch ein 10-L-Becken der Gorkotte GmbH für die kathodische Tauchlackierung (KTL).

Typische Fragestellungen

Nachstellen einer industriellen Vorbehandlungsfolge (Entfetten, Beizen, Phosphatieren, Passivieren) zur Bewertung einzelner Prozessstufen

Vergleich chromfreier Passivierungen und anderer Konversionsschichten, einschließlich der Bestimmung von Chrom(VI) in der Konversionsschicht

Galvanische Zink- oder Nickelüberzüge auf Probekörpern für nachfolgende Korrosions- und Haftungsprüfungen

KTL-Beschichtung von Probekörpern auf unterschiedlich vorbehandelten Substraten

Eloxieren von Aluminium im Labormaßstab

Entwicklung und Erprobung neuer Oberflächenvorbehandlungssysteme, z. B. aus nachwachsenden Rohstoffen

Verfahren

Die Probekörper durchlaufen die Becken der Anlage in der für den Prozess festgelegten Reihenfolge: nasschemische Entfettung (alkalisch, sauer oder elektrolytisch), Beizen, Spülen, anschließend Phosphatieren, chromfreie Passivierung oder eine andere Konversionsbehandlung. Badzusammensetzung, Temperatur und Behandlungszeit werden je Versuch festgelegt und dokumentiert.

Für die galvanische Abscheidung, etwa von Nickel oder Zink, und für die elektrolytische Entfettung steht ein galvanischer Gleichrichter mit 20 V/40 A zur Verfügung. Das Werkstück wird als Kathode geschaltet; Metallionen aus dem Elektrolyten scheiden sich als Überzug ab. Schichtdicke und Gefüge des Überzugs werden über Stromdichte, Zeit und Badführung gesteuert.

Bei der kathodischen Tauchlackierung wird das Werkstück in einen wasserbasierten Lack getaucht und als Kathode geschaltet; die Lackpartikel scheiden sich elektrophoretisch als geschlossener Film ab, der anschließend thermisch vernetzt (eingebrannt) wird. Die Anlage dient der Probenherstellung und der Verfahrensentwicklung; die Normenübersicht des IKS führt für die Galvanik keine eigenen Prüfnormen. Die Bewertung der hergestellten Schichten erfolgt mit den Prüfverfahren der Arbeitsfelder Beschichtungen und Analytik.

Ergebnisse

1  Probekörper
vorbehandelt, galvanisch beschichtet oder KTL-beschichtet, mit dokumentierten Prozessparametern (Badzusammensetzung, Temperatur, Zeit, Stromdichte); Untersuchungsbericht oder technische Stellungnahme.

2  Schichtcharakterisierung
Schichtdicke nach DIN EN ISO 2178 (Magnetverfahren) oder DIN EN ISO 2360 (Wirbelstromverfahren), am Kalottenschliff (ca. 0,3 bis 50 µm) oder am Querschliff; Haftfestigkeit organischer Beschichtungen nach DIN EN ISO 2409 (Gitterschnitt) oder DIN EN ISO 4624 (Abreißversuch). Diese Verfahren sind in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde D-PL-19138-01-00 geführt.

3  Korrosionsprüfung
Salzsprühnebelprüfung nach DIN EN ISO 9227 oder Kondenswasserprüfung nach DIN EN ISO 6270-2, beide im DAkkS-akkreditierten Bereich.

4  Oberflächenanalytik
Restfettbelegung mit dem Oberflächenkohlenstoff-Analysator, Chrom(VI) photometrisch (auch in Konversionsschichten), Elementzusammensetzung und Topographie mit REM/EDX (IKS-Hausverfahren).

Anwendung: Verfahrensentwicklung und Prozessvergleich in der Vorbehandlung, Herstellung definierter Probekörper für Korrosions- und Haftungsprüfungen, Bewertung von Konversionsschichten und KTL-Aufbauten.

Weiterführend

Chemische Oberflächenvorbereitung und Galvanik Arbeitsfeld Mechanische Oberflächenvorbereitung Arbeitsfeld Verzinkung Arbeitsfeld Analytik

Anfrage zu diesem Verfahren

Beschreiben Sie Grundwerkstoff, gewünschte Prozessfolge oder Überzug, Anzahl und Abmessungen der Probekörper sowie die vorgesehene anschließende Prüfung. Wir stimmen mit Ihnen ab, ob die Anlage für die Aufgabe geeignet ist oder ein anderes Verfahren in Frage kommt, etwa Feuerverzinken im Verzinkungskessel oder Pulverbeschichten.

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