Klimaprüfung
Klimaprüf­schränke Vötsch VC und VC³

Klimaprüfschränke bilden die Temperatur- und Feuchteverläufe nach, denen Bauteile, Verpackungen und Korrosionsschutzmittel bei Transport und Lagerung ausgesetzt sind.

Am IKS stehen dafür Klimaprüfschränke der Baureihen VC und VC³ der Firma Vötsch Industrietechnik zur Verfügung, darunter die Typen VC 7034 und VC³ 7034, sowie ein programmierbarer Wärmeschrank. Eingesetzt werden sie vor allem im Arbeitsfeld Temporärer Korrosionsschutz, etwa zur Prüfung der Korrosionsschutzwirkung von VCI-Verpackungen.

Typische Fragestellungen

Schutzwirkung von VCI-Folien, VCI-Papieren, Korrosionsschutzölen, Dewatering Fluids, Fetten und Wachsen auf Stahl und Nichteisenmetallen gegen Feuchtigkeit

Korrosionsverhalten verpackter oder konservierter Bauteile unter simulierten Transport- und Lagerbedingungen

Zyklische Prüfung mit feuchter Wärme nach DIN EN IEC 60068-2-30 (Prüfung Db)

Vergleich von Verpackungsmaterialien und Konservierungsmitteln in Produktentwicklung und Qualitätssicherung

Temperaturbelastung von Proben ohne Feuchteregelung im programmierbaren Wärmeschrank

Messprinzip

Im Klimaprüfschrank werden Temperatur und relative Luftfeuchte im Prüfraum geregelt und nach einem Prüfprogramm konstant gehalten oder zyklisch verändert. Wird beim Übergang von niedriger zu höherer Temperatur der Taupunkt an der Probenoberfläche unterschritten, bildet sich ein Feuchtefilm, in dem Korrosion ablaufen kann; die Zahl und Dauer solcher Phasen bestimmt die Schärfe der Prüfung. Typkennwerte der Schränke VC 7034 und VC³ 7034 nach Gerätedatenblatt: Temperaturbereich −70 °C bzw. −72 °C bis +180 °C, Klimaprüfungen im Bereich +10 bis +95 °C bei 10 bis 98 % relativer Luftfeuchte, Prüfraum 580 × 765 × 750 mm (B × T × H), Temperaturänderung bis 3 K/min, zulässige Beladung 60 kg auf dem Prüfraumboden und 30 kg je Einlegegitter.

DIN EN IEC 60068-2-30 beschreibt die Prüfung Db „Feuchte Wärme, zyklisch (12 + 12 Stunden)“: In jedem 24-Stunden-Zyklus wechseln eine Phase bei erhöhter Temperatur – nach Norm 40 °C oder 55 °C – und eine Phase bei 25 °C, jeweils bei hoher relativer Luftfeuchte. Diese Prüfung ist für VCI-Verpackungsmaterialien in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde des IKS geführt. Belastungen mit Kondenswasser (DIN EN ISO 6270-2, DIN 50018) und Salzsprühnebel (DIN EN ISO 9227) erfolgen in eigenen Prüfkammern.

Nach der Belastung werden die Proben auf Korrosionserscheinungen bewertet und fotografisch dokumentiert. Bei Bedarf schließen sich Stereomikroskopie oder REM/EDX an; die Wirkstoffe in VCI-Materialien bestimmt das IKS mittels Ionenchromatografie und GC-MS.

Ergebnisse

1  Prüfprogramm
Angaben zu Temperatur- und Feuchteverlauf, Zyklenzahl und Prüfdauer.

2  Bewertung
Korrosionserscheinungen auf den Prüfblechen oder Bauteilen nach der Belastung, Gegenüberstellung der geprüften Varianten.

3  Fotodokumentation
Aufnahmen der Proben nach der Belastung; bei Bedarf mikroskopische Detailaufnahmen.

4  Prüfbericht
Die Prüfung der Beständigkeit unter Einbeziehung von Temperatur und Feuchte nach DIN EN IEC 60068-2-30 an VCI-Verpackungsmaterialien ist in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde D-PL-19138-01-00 und in der Liste der akkreditierten Verfahren geführt.

Anwendung: Temporärer Korrosionsschutz bei Transport und Lagerung, Prüfung von VCI-Verpackungsmitteln und Konservierungsmitteln, Produktentwicklung und Qualitätssicherung.

Weiterführend

Arbeitsfeld Temporärer Korrosionsschutz Normen und Hausverfahren Akkreditierung Arbeitsfeld Analytik

Anfrage zu diesem Verfahren

Beschreiben Sie kurz Werkstoff und Probe oder Bauteil, Verpackung oder Schutzmittel, das maßgebende Regelwerk oder die zu simulierenden Transport- und Lagerbedingungen. Wir stimmen Prüfprogramm und Bewertung mit Ihnen ab und nennen Ihnen gegebenenfalls ein alternatives Verfahren, etwa die Kondenswasser- oder die Salzsprühnebelprüfung.

0351 871-7100 info@iks-dresden.de

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