Kondenswasser­prüfung
Kondenswasser-Prüf­kammer

Die Kondenswasserprüfung beansprucht Beschichtungen und Überzüge in einer Klimakammer mit geheiztem Wasserbehälter durch gesättigte Luftfeuchte und Kondensation auf der Probenoberfläche.

Sie zeigt, ob eine Beschichtung unter Dauerfeuchte Blasen bildet, enthaftet oder das Substrat korrodiert. Am IKS wird die Prüfung nach DIN EN ISO 6270-2 als DAkkS-akkreditiertes Verfahren durchgeführt – im Konstantklima oder in zyklischer Arbeitsweise.

Typische Fragestellungen

Blasenbildung und Enthaftung eines Beschichtungssystems unter Dauerfeuchte

Haftfestigkeit von Beschichtungen auf Verzinkung, korrodiertem Stahl oder nichtrostendem Stahl nach Feuchtebelastung

Feuchtebeständigkeit als Teil der Laborprüfung nach DIN EN ISO 12944-6, TL/TP-KOR-Stahlbauten oder DBS 918300

Weißrostbildung und Feuchteverhalten von Zinküberzügen und Duplexsystemen

Schutzwirkung temporärer Korrosionsschutzmittel und VCI-Verpackungen in Kondenswasserklimaten

Beständigkeit in feuchter, schwefeldioxidhaltiger Atmosphäre nach DIN EN ISO 3231 oder DIN 50018

Messprinzip

Im Boden der Kammer wird Wasser beheizt, sodass die Kammerluft bei erhöhter Temperatur mit Wasserdampf gesättigt ist. Die Proben sind kühler als die Luft; auf ihrer Oberfläche schlägt sich fortlaufend Kondenswasser nieder. Beschichtungen nehmen dabei Wasser auf; an Schwachstellen – Poren, Verunreinigungen, unzureichende Haftung – entstehen Blasen oder Unterrostung.

DIN EN ISO 6270-2 beschreibt das Konstantklima (CH) mit 40 °C und 100 % relativer Luftfeuchte sowie Wechselklimate mit Abkühlphasen (AHT, AT), in denen die Kondensation zyklisch unterbrochen wird. Die Kondenswasserkammern des IKS werden kontinuierlich oder in zyklischer Arbeitsweise betrieben. Ergänzend stehen die einseitige Kondensationsbeanspruchung nach DIN EN ISO 6270-1 und die Prüfung in feuchter, schwefeldioxidhaltiger Atmosphäre nach DIN EN ISO 3231 und DIN 50018 zur Verfügung.

Nach der Belastung werden die Proben nach DIN EN ISO 4628 bewertet (Blasengrad, Rostgrad, Enthaftung an der Verletzung); die Haftfestigkeit wird per Gitterschnitt (DIN EN ISO 2409, DIN EN ISO 16276-2) oder Abreißversuch (DIN EN ISO 4624) bestimmt.

Ergebnisse

1  Prüfbericht
Bericht als DAkkS-akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO 6270-2 mit Klimaprogramm, Prüfdauer und Probenkennzeichnung.

2  Bewertung nach DIN EN ISO 4628
Blasengrad (Menge und Größe), Rostgrad, Enthaftung an der Verletzung.

3  Haftfestigkeit
Gitterschnittkennwert oder Abreißfestigkeit in MPa mit Angabe des Bruchbildes, vor und nach der Belastung.

4  Fotodokumentation
Aufnahmen der Proben nach der Belastung; bei Bedarf Querschliff, FT-IR oder REM/EDX zur Ursachenklärung.

Anwendung: Eignungs- und Vergleichsprüfungen von Beschichtungssystemen und Überzügen nach Norm und Regelwerk, Haftfestigkeit auf Verzinkung, korrodiertem und nichtrostendem Stahl, Prüfung temporärer Korrosionsschutzmittel.

Weiterführend

Arbeitsfeld Beschichtungen Arbeitsfeld Verzinkung Arbeitsfeld Temporärer Korrosionsschutz Arbeitsfeld Mechanische Werkstoffprüfung

Anfrage zu diesem Verfahren

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