Künstliche Bewitterung
QUV und Xenontest
Die künstliche Bewitterung beansprucht Beschichtungen im Labor mit Strahlung, Wärme und Feuchte unter festgelegten, wiederholbaren Bedingungen.
Die künstliche Bewitterung beansprucht Beschichtungen im Labor mit Strahlung, Wärme und Feuchte unter festgelegten, wiederholbaren Bedingungen.
Am IKS stehen dafür UV-Bewitterungsgeräte vom Typ QUV (Q-Lab) mit UV-Fluoreszenzlampen sowie ein Xenongerät (Xenontest) mit gefilterter Xenonbogenstrahlung zur Verfügung. Die Prüfungen nach DIN EN ISO 16474-1 bis -3, DIN EN ISO 11341 und DIN EN ISO 11507 sind in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde geführt.
Farb- und Glanzänderung einer Deckbeschichtung unter Strahlung und Feuchte
Kreidung, Rissbildung und Abbau organischer Beschichtungen nach DIN EN ISO 4628
Vergleich von Beschichtungsstoffen, Bindemitteln oder Deckbeschichtungen in Produktentwicklung und Qualitätssicherung
UV- und Kondensationsbelastung als Bestandteil zyklischer Prüfprogramme, etwa für Beschichtungssysteme im Offshorebereich nach DIN EN ISO 12944-9
Bestrahlung von Kunststoffen nach DIN EN ISO 4892-2, unter anderem bei der Prüfung von Kfz-Kennzeichenschildern nach DIN 74069
Laborprüfung als Ergänzung zur Freibewitterung nach DIN EN ISO 2810
Im Xenongerät erzeugt eine Xenonbogenlampe ein Spektrum, das nach Filterung dem Sonnenlicht im UV- und sichtbaren Bereich nahekommt; mit Fensterglasfiltern lässt sich Sonnenlicht hinter Glas nachbilden. DIN EN ISO 16474-2 und DIN EN ISO 11341 legen Bestrahlungsstärke, Schwarzstandardtemperatur, Luftfeuchte und Beregnungsphasen fest. Die Xenonbogenbewitterung wird eingesetzt, wenn das Verhalten unter sonnenähnlicher Strahlung – etwa Farbton- und Glanzänderung – im Vordergrund steht.
Die QUV-Geräte arbeiten mit UV-Fluoreszenzlampen, deren Strahlung auf den kurzwelligen, besonders wirksamen Teil des Sonnenspektrums konzentriert ist. Nach DIN EN ISO 16474-3 und DIN EN ISO 11507 wechseln Phasen trockener UV-Bestrahlung bei erhöhter Temperatur mit Kondensationsphasen im Dunkeln, in denen sich Wasser auf der Probenoberfläche niederschlägt. Lampentyp, Zyklus und Prüfdauer werden nach Regelwerk oder in Abstimmung mit dem Auftraggeber festgelegt.
Die Proben werden vor der Bewitterung und in festgelegten Intervallen bewertet: Farbe im CIELAB-Farbraum nach DIN EN ISO/CIE 11664-4, Glanz nach DIN EN ISO 2813, Beschichtungsschäden nach DIN EN ISO 4628 (Kreidung, Rissgrad, Blasengrad, Abblätterungsgrad), bei Bedarf Haftfestigkeit nach DIN EN ISO 2409 oder DIN EN ISO 4624. Künstliche Bewitterung eignet sich vor allem für den Vergleich von Proben unter gleichen Bedingungen; eine allgemeingültige Umrechnung der Prüfdauer in Jahre Freibewitterung gibt es nicht.
1 Kennwerte je Intervall
Farbabstand, Glanzwert und Glanzhaltung, Kennwerte nach DIN EN ISO 4628.
2 Vergleich
Entwicklung der Kennwerte über die Bestrahlungsdauer für Varianten und Referenzsystem.
3 Fotodokumentation
Aufnahmen der Proben vor und nach der Bewitterung; bei Bedarf mikroskopische oder analytische Untersuchung der Oberfläche.
4 Prüfbericht
Bericht als DAkkS-akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO 16474, 11341 oder 11507 mit Strahlungsart, Zyklus und Prüfdauer.
Anwendung: Eignungs- und Vergleichsprüfungen von Beschichtungsstoffen und Beschichtungssystemen, Qualitätssicherung, Produktentwicklung, Prüfung von Kfz-Kennzeichenschildern.
Beschreiben Sie kurz Substrat, Beschichtungssystem, maßgebendes Regelwerk und die Kennwerte, die Sie benötigen. Wir prüfen, ob UV-Fluoreszenz- oder Xenonbogenbewitterung geeignet ist, und nennen Ihnen andernfalls ein alternatives Verfahren, etwa die Freibewitterung.
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