Mechanische Beschichtungs­prüfung

Mechanische Beschichtungsprüfungen zeigen, wie eine Beschichtung auf Verformung, Schlag, Ritzen und Abrieb reagiert – Beanspruchungen bei Umformung, Montage, Transport und Betrieb.

Am IKS werden die Tiefungsprüfung nach DIN EN ISO 1520, der Dornbiegeversuch nach DIN EN ISO 1519 und die Schlagprüfung nach DIN EN ISO 6272-1 durchgeführt; diese drei Verfahren sind in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde geführt. Hinzu kommen die Bestimmung der Ritzhärte und die Abriebprüfung mit dem Taber Abraser.

Typische Fragestellungen

Verformbarkeit und Haftung einer Beschichtung beim Umformen beschichteter Bleche (Tiefung, Dornbiegeversuch)

Widerstand gegen schlagartige Beanspruchung, etwa bei Rohrumhüllungen nach DIN EN ISO 6272

Ritzhärte einer Beschichtung im Vergleich von Beschichtungsstoffen, Aushärtebedingungen oder Chargen

Abriebwiderstand nach DIN EN ISO 7784 oder ASTM D4060

Shore-Härte D von Rohrumhüllungen nach EN ISO 868

Veränderung der mechanischen Eigenschaften nach Alterung, Bewitterung oder Korrosionsbelastung

Messprinzip

Bei der Tiefungsprüfung nach DIN EN ISO 1520 wird ein beschichtetes Blech von der Rückseite mit einem halbkugelförmigen Stempel langsam eingedrückt, bis die Beschichtung reißt oder sich vom Untergrund löst; Ergebnis ist die Tiefung in mm. Beim Dornbiegeversuch nach DIN EN ISO 1519 wird die Probe um zylindrische Dorne abnehmenden Durchmessers gebogen. Die Schlagprüfung nach DIN EN ISO 6272-1 belastet die Beschichtung mit einem fallenden Gewichtsstück; ermittelt wird die Fallhöhe bzw. Schlagenergie, bei der Risse oder Abplatzungen auftreten.

Zur Bestimmung der Ritzhärte wird eine Prüfspitze unter definierter Last über die Beschichtung geführt; bewertet wird, ab welcher Last die Beschichtung sichtbar beschädigt oder bis zum Untergrund durchgeritzt wird. Beim Taber Abraser rotiert die Probe auf einem Drehteller unter zwei belasteten Reibrädern; der Abriebwiderstand wird über den Masseverlust nach festgelegter Umdrehungszahl oder über die Umdrehungen bis zum Durchrieb angegeben (DIN EN ISO 7784, ASTM D4060).

Die Ergebnisse werden häufig mit der Schichtdicke nach DIN EN ISO 2808 und der Haftfestigkeit nach DIN EN ISO 2409 oder DIN EN ISO 4624 zusammen ausgewertet. Der Taber Abraser ist Teil der Geräteausstattung des Arbeitsfelds Oberflächencharakterisierung.

Ergebnisse

1  Verformungskennwerte
Tiefung in mm, kleinster Dorndurchmesser ohne Schaden, Schlagenergie bzw. Fallhöhe ohne Schaden.

2  Ritzhärte
Grenzlast bis zur sichtbaren Beschädigung oder zum Durchritzen, Vergleich von Varianten.

3  Abriebwiderstand
Masseverlust nach festgelegter Umdrehungszahl oder Umdrehungen bis zum Durchrieb.

4  Prüfbericht
Tiefungsprüfung, Dornbiegeversuch und Schlagprüfung als DAkkS-akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO 1520, 1519 und 6272-1.

Anwendung: Eignungs- und Vergleichsprüfungen von Beschichtungsstoffen und Beschichtungssystemen, Rohrumhüllungen, Qualitätssicherung und Produktentwicklung.

Weiterführend

Arbeitsfeld Beschichtungen Oberflächencharakterisierung Rohrschutz Normen und Hausverfahren

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