Prüfung der Oberflächen­reinheit
Leitfähigkeits­messgerät

Bevor eine Stahloberfläche beschichtet wird, muss sie den geforderten Reinheitsgrad erreichen und darf nur begrenzt Staub und wasserlösliche Salze tragen; Salze unter einer Beschichtung können Blasenbildung und Unterrostung auslösen.

Das IKS prüft vorbereitete Stahloberflächen nach DIN EN ISO 8501 und DIN EN ISO 8502 – an Proben im Labor sowie im Rahmen von Baustellen- und Fremdüberwachungen. Für die Bestimmung wasserlöslicher Salze wird ein Leitfähigkeitsmessgerät eingesetzt.

Typische Fragestellungen

Rostgrad des Ausgangszustands und Oberflächenvorbereitungsgrad gestrahlter oder handbearbeiteter Oberflächen nach DIN EN ISO 8501-1

Staub auf für das Beschichten vorbereiteten Oberflächen im Klebebandverfahren nach DIN EN ISO 8502-3

Wasserlösliche Salze auf Stahloberflächen: Probenahme nach DIN EN ISO 8502-6 und Leitfähigkeitsmessung nach DIN EN ISO 8502-9

Verunreinigungen auf der Oberfläche vor und nach dem Strahlen, etwa bei der Fremdüberwachung

Wasserlösliche Verunreinigungen in Strahlmitteln (Leitfähigkeit, Chloride) nach DIN EN ISO 11125 und DIN EN ISO 11127

Ursachenklärung bei Blasenbildung oder Unterrostung von Beschichtungen

Verfahren

Nach DIN EN ISO 8501-1 wird die Stahloberfläche visuell mit den fotografischen Vergleichsmustern der Norm verglichen. Die Norm unterscheidet die Rostgrade A bis D des unbeschichteten Stahls und die Vorbereitungsgrade Sa 1 bis Sa 3 für das Strahlen sowie St 2 und St 3 für die Bearbeitung mit Hand- und Maschinenwerkzeugen. Für die Staubprüfung nach DIN EN ISO 8502-3 wird ein Klebeband auf die vorbereitete Oberfläche gedrückt, abgezogen und mit Vergleichsbildern bewertet; das Ergebnis sind eine Bewertungsstufe für die Staubmenge und eine Klasse für die Staubkorngröße.

Wasserlösliche Salze werden nach DIN EN ISO 8502-6 mit einem auf die Oberfläche geklebten Pflaster (Bresle-Verfahren) gelöst: Eine definierte Menge Wasser wird in die Pflasterkammer gespritzt, mehrfach aufgezogen und wieder eingespritzt und schließlich vollständig entnommen. Die Leitfähigkeit dieser Lösung wird nach DIN EN ISO 8502-9 gemessen und daraus die flächenbezogene Salzbelastung in mg/m² berechnet. Sollen einzelne Anionen wie Chlorid oder Sulfat bestimmt werden, steht im Analytiklabor die Ionenchromatographie nach DIN EN ISO 10304-1 zur Verfügung.

Die Anforderungen an Reinheitsgrad, Staub und Salzbelastung legt die jeweilige Spezifikation oder das Regelwerk fest. Die Rauheit der vorbereiteten Oberfläche wird ergänzend nach DIN EN ISO 8503 bestimmt, im Tastschnittverfahren oder mit dem Vergleichsmusterverfahren.

Ergebnisse

1  Reinheits- und Rostgrad
Einstufung nach DIN EN ISO 8501-1 mit Fotodokumentation.

2  Staubbewertung
Staubmenge und Staubkorngrößenklasse nach DIN EN ISO 8502-3.

3  Salzbelastung
Leitfähigkeit der Extraktionslösung und flächenbezogene Salzbelastung in mg/m² je Messstelle nach DIN EN ISO 8502-6 und 8502-9.

4  Bericht
Untersuchungs- oder Überwachungsbericht mit Messstellen und Bewertung gegen die geforderten Grenzwerte.

Anwendung: Oberflächenvorbereitung vor dem Beschichten, Baustellen- und Fremdüberwachung, Strahlmittelprüfung, Schadensfallanalyse und Forschung.

Weiterführend

Arbeitsfeld Mechanische Oberflächenvorbereitung Oberflächencharakterisierung Strahlmittelprüfung Arbeitsfeld Analytik

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