Metallo­graphische Präparation
Metallographie­ausrüstung Struers

Die metallographische Präparation ist der Ausgangspunkt für Gefügeuntersuchungen, Schichtdickenmessungen am Querschliff und die Bewertung von Korrosionsangriffen.

Mit der Metallographieausrüstung der Firma Struers werden Proben getrennt, eingebettet, geschliffen und poliert; anschließend wird das Gefüge durch Ätzen sichtbar gemacht und licht- oder rasterelektronenmikroskopisch ausgewertet. Das metallographische Labor gehört zur Abteilung Metallische Werkstoffe und Elektrochemie und arbeitet weiteren Arbeitsfeldern des IKS zu, unter anderem der Verzinkung, den wasserführenden Anlagen und der Schadensfallanalyse.

Typische Fragestellungen

Gefüge, Korngrößen, Phasen und Materialfehler metallischer Werkstoffe

Schichtaufbau und Schichtdicke von Überzügen und Beschichtungssystemen am Querschliff

Art und Tiefe eines Korrosionsangriffs: selektive Korrosion (Entzinkung, Spongiose), muldenförmige und interkristalline Korrosion

Entzinkungsbeständigkeit von Kupfer-Zink-Legierungen nach DIN EN ISO 6509-1

Spannungsrisskorrosion an Kupferlegierungen nach DIN 50916-2

Metallographische Auswertung nach Tauchversuchen, Klimabelastung oder Bauteilversagen

Messprinzip

Die Probe wird an der interessierenden Stelle nass getrennt, in Kunstharz eingebettet und in mehreren Stufen mit abnehmender Körnung geschliffen und poliert, bis eine ebene, kratzer- und verformungsarme Fläche vorliegt. Der Schliff zeigt den Querschnitt senkrecht zur Oberfläche: Grundwerkstoff, Überzug oder Beschichtung und die Grenzflächen dazwischen. Durch Ätzen mit werkstoffspezifischen Ätzmitteln werden Korngrenzen und Phasen kontrastiert.

Geschliffen und poliert wird auf der automatischen Schleif- und Poliermaschine Struers Tegramin-30. Typkennwerte nach Herstellerangabe: Arbeitsscheibe 300 mm, Bearbeitung einzelner Proben oder mehrerer Proben im Probenhalter, mikroprozessorgesteuerte Präparationsabläufe mit automatischer Dosierung der Schleif- und Poliersuspensionen.

Ausgewertet wird am inversen Auflichtmikroskop Zeiss Axio Observer.Z1m, am Stereomikroskop Zeiss Discovery V.20 für Übersichts- und Makroaufnahmen mit bis zu 225:1 sowie bei Bedarf am Rasterelektronenmikroskop mit EDX. Für temperaturempfindliche Materialien und kritische Grenzflächen steht mit der Ionenstrahlpräparation (Leica EM TIC 3X und EM TXP) eine berührungslose Alternative und Nachpräparation zur Verfügung, für Schichtdicken im Bereich von ca. 0,3 bis 50 µm das Kalottenschliffverfahren. Eine Härteprüfung am Schliff mit dem Universal-Härteprüfgerät Struers Duramin A300 schließt sich bei Bedarf an.

Ergebnisse

1  Schliffbilder
Übersichts- und Detailaufnahmen des Gefüges bzw. des Schichtaufbaus mit Maßstab, geätzt und ungeätzt.

2  Messwerte
Schichtdicken einzelner Lagen, Eindringtiefe von Korrosionsangriffen und Rissen, Korngrößen.

3  Bewertung
Zuordnung der Korrosionsart; Entzinkungsbeständigkeit nach DIN EN ISO 6509-1 und AS 2345; Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion nach DIN 50916-2 und ISO 6957.

4  Prüfbericht
Die metallographischen Prüfungen an Kupferlegierungen (DIN EN ISO 6509-1, AS 2345) und die Spannungsrisskorrosionsprüfung an Kupferlegierungen (DIN 50916-2, ISO 6957) sind in der Anlage zur DAkkS-Akkreditierungsurkunde D-PL-19138-01-00 geführt.

Anwendung: Werkstoff- und Gefügebewertung, Prüfung von Überzügen und Beschichtungssystemen, Trinkwasserwerkstoffe, Schadensfallanalyse.

Weiterführend

Arbeitsfeld Materialographie Arbeitsfeld Mechanische Werkstoffprüfung Arbeitsfeld Wasserführende Anlagen Schadensfallanalyse

Anfrage zu diesem Verfahren

Beschreiben Sie kurz Werkstoff, Überzug oder Beschichtung und Fragestellung. Wir prüfen, ob der metallographische Querschliff geeignet ist, und nennen Ihnen andernfalls ein alternatives Verfahren.

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