Thermogravimetrie mit IR‑Kopplung (TGA‑IR)

Untersuchung von Massenänderungen bei kontrollierter Erwärmung – mit gleichzeitiger Identifizierung der freigesetzten gasförmigen Produkte.

Typische Fragestellungen

Die Beschichtung härtet nicht vollständig aus.

Der Film wird spröde oder verliert seine Flexibilität.

Die Haftung zwischen zwei Schichten ist unzureichend.

Solche Probleme treten häufig auf, wenn Restlösemittel, Wasser, Additive oder unvollständige Vernetzungsreaktionen das Materialverhalten beeinflussen.

Messprinzip

Thermogravimetrische Analyse (TGA): Die Probe wird kontrolliert erwärmt; gemessen wird die Änderung ihrer Masse. Daraus lassen sich Zersetzungstemperaturen, Vernetzungsgrad, thermische Stabilität sowie Verdampfungs- und Zersetzungsprozesse ableiten.

Gekoppelte IR-Gasanalyse: Gleichzeitig werden die entstehenden gasförmigen Produkte identifiziert. Charakteristische IR-Absorptionsbanden erlauben die Zuordnung freigesetzter Komponenten wie Wasser, Lösemittel oder Zersetzungsprodukte organischer Bestandteile – auch wenn diese bei ähnlichen Temperaturen verdampfen.

Temperatur → Masse Wasser · Lösemittel Zersetzungdes Bindemittels
Schematische Darstellung

Ergebnisse

1  Freigesetzte Komponenten
Nachweis von Wasser, Lösemitteln und Zersetzungsprodukten organischer Bestandteile.

2  Vernetzungsgrad
Bewertung der Aushärtung der Beschichtung.

3  Thermische Stabilität
Zersetzungstemperaturen sowie Verdampfungs- und Zersetzungsprozesse.

4  Reaktionsverlauf
Ein- oder mehrstufige Zersetzung; Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Beschichtungsstoffs.

Anwendung: Aufklärung von Materialproblemen, Bewertung von Beschichtungen sowie Optimierung von Formulierungen und Prozessen.

Weiterführend

Arbeitsfeld Beschichtungen Normen und Hausverfahren Schadensfallanalyse Akkreditierung

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