Stereo­mikroskopie
Zeiss Discovery V.20

Die Stereomikroskopie liefert räumlich wirkende Übersichts- und Makroaufnahmen von Oberflächen bei geringer bis mittlerer Vergrößerung.

Am IKS wird das Stereomikroskop Discovery V.20 von Zeiss zur Betrachtung und Dokumentation korrodierter Oberflächen, von Bauteilen und Probekörpern eingesetzt – als erster Schritt der Schadensanalyse und zur Auswahl der Stellen für weiterführende Querschliffe.

Typische Fragestellungen

Lokalisierung und Erscheinungsbild von Korrosionsangriff auf Bauteilen und Probekörpern

Beschichtungsschäden nach Belastungsprüfungen: Blasen, Risse, Abplatzungen, Unterwanderung ab Ritz und Kante

Rückstände, Einschlüsse und Fremdpartikel auf vorbereiteten Oberflächen

Bruch- und Rissflächen im Überblick vor der Querschliffpräparation

Vermessen von Angriffsflächen, Rissen, Unterwanderungsbreiten und Partikeln im Bild

Topographie von Oberflächen, z. B. Höhenunterschiede an Korrosionsnarben oder Kanten

Messprinzip

Ein Stereomikroskop bildet die Probe über zwei getrennte Strahlengänge unter leicht verschiedenen Winkeln ab; die Oberfläche wird dadurch räumlich wahrgenommen. Der im Vergleich zum Auflichtmikroskop große Arbeitsabstand erlaubt es, ganze Bauteile und Probekörper ohne Präparation zu betrachten.

Das Discovery V.20 arbeitet mit einem motorisierten Zoomsystem; Typkennwerte nach Zeiss sind ein Zoombereich von 20:1 (Zoomfaktor 0,75× bis 15×). Die Gesamtvergrößerung am IKS-Gerät reicht bis 225:1; dieser Wert entspricht in der Zeiss-Vergrößerungstabelle der Kombination aus 10×-Okular und Objektiv PlanApo S 1,5× mit einem Vergrößerungsbereich von 11,3:1 bis 225:1, einem Objektfeld von 20,4 bis 1,0 mm und 30 mm freiem Arbeitsabstand. Drei Kaltlicht-Beleuchtungsvarianten, darunter ein Spaltringlicht für gerichtete, schräg einfallende Beleuchtung, lassen Korrosionsnarben, Kanten und Reliefs unterschiedlich hervortreten. Die Aufnahmen werden digital erfasst. Ein Softwaremodul für interaktives Messen und Topographie erlaubt Längen- und Flächenmessungen im Bild sowie die Auswertung von Höhenunterschieden.

Ergebnisse

1  Übersichts- und Makroaufnahmen
dokumentierte Aufnahmen von Oberflächen, Bauteilen und Probekörpern mit Maßstab.

2  Messwerte
Längen, Flächen und Höhenunterschiede aus dem Bild, z. B. Unterwanderungsbreite, Lochdurchmesser, Rissbreite.

3  Bewertung
Einordnung des Befundes und Empfehlung weiterführender Untersuchungen (Querschliff, REM/EDX, Raman-Mikroskopie).

4  Prüfbericht
Bilder und Bewertung als Bestandteil von Prüfberichten und Schadensgutachten sowie der Auswertung von Belastungs- und Bewitterungsprüfungen.

Anwendung: Schadensfallanalyse, Auswertung von Korrosions- und Bewitterungsprüfungen, Qualitätssicherung von Überzügen und Beschichtungen.

Weiterführend

Arbeitsfeld Materialographie Schadensfallanalyse Arbeitsfeld Beschichtungen Oberflächencharakterisierung

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